Herausforderungen in der Baubranche: Ein Blick in die Zukunft
Innovative Ansätze zur nachhaltigen Nutzung von Baumaterialien standen im Mittelpunkt unserer achten Ausgabe von „Trends Tech & Tapas“. David Plaseller gab spannende Ausblicke über die zukünftigen Herausforderungen und Chancen der Baubranche. Diese wird über kurz oder lang nicht über die Kreislaufwirtschaft herumkommen, ist sich der Gründer und CEO des Startups Revitalyze sicher.

Der Bausektor steht vor großen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Ressourcennutzung und Nachhaltigkeit. Das junge Startup Revitalyze setzt sich intensiv mit den Herausforderungen der Branche auseinander und hat Wege gefunden, um zu verstehen, was funktioniert – und was nicht. Das auf das Thema zirkuläres Bauen spezialisierte Unternehmen hat eine digitale Plattform zur effizienten Materialbeschaffung entwickelt und sich dabei auf mineralische Baustoffe fokussiert. David Plaseller, CEO von Revitalyze: „Die Baubranche ist einer der größten Ressourcenverbraucher in der DACH-Region, verantwortlich für 55 % des Abfallaufkommens und 38 % der CO2-Emissionen. Zwar werden laut Sektor rund 95 % der Baumaterialien recycelt, doch das meiste wird minderwertig genutzt, etwa als Sand für den Straßenbau. Unser Ziel muss es sein, diese Materialien hochwertiger zu verwenden – etwa zur Herstellung von Möbeln.“
Kreislaufwirtschaft punktet durch Wirtschaftlichkeit
Durch den gezielten Einsatz von Recyclingmaterialien soll die Wiederverwertung zu einem wichtigen Bestandteil moderner Bauprojekte werden, so das Credo des jungen Unternehmens, das auch Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von nachhaltigen Lösungen
wie der Rücknahme von Produkten anstellt. „Die Baubranche muss sich langsam aber sicher in Richtung Nachhaltigkeit bewegen – nicht nur aus Umweltbewusstsein, sondern auch, weil es wirtschaftlich Sinn macht. Wenn man den gesamten Lebenszyklus eines Produkts sowie die CO2-Emissionen betrachtet, ist es oft günstiger, Materialien wiederzuverwenden. Aber das erfordert ein Umdenken – vor allem aufseiten der Auftraggeber“, meint Plaseller.
Neue Geschäftsmodelle werden ermöglicht
Eine Reihe von Vorteilen der Kreislaufwirtschaft führte Plaseller bei seinem Impulsreferat an, etwa die Gewährleistung von Transparenz, die für Investoren, Banken und Kunden immer wichtiger sei, die Autarkie und Verringerung der Transportwege sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Als Beispiel führte Plaseller das Unternehmen Lindner Innenausbau an, das mit innovativen Modellen wie dem Kauf mit Rückgaberecht oder der Miete von Bauteilen arbeitet.
„Die Kreislaufwirtschaft wird unvermeidlich, da wir nicht unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung haben. Viele Industrien sind sich dieser Problematik bewusst und übernehmen bereits erfolgreiche Konzepte aus anderen Bereichen, doch der Wandel hin zu zirkulärem Bauen ist ein Prozess, den die Branche noch weiterentwickeln muss“, so das Fazit von Plaseller.



