Der Networking-Manager: Im Gespräch mit Markus Walder, CEO von ap35
Markus Walder sorgt für optimale Verbindungen: Über seine Agentur ap35 führt der ehemalige Marketing-Manager von Pichler Projects ArchitektInnen und Unternehmen aus Italien und Deutschland zusammen. Eine Nischenstrategie, die Fingerspitzengefühl, multidisziplinäre Expertise und fundierte Netzwerke erfordert.

Markus, was bedeutet der Firmenname ap35?
„AP“ sind die Initialen von Andreas Pfetsch, meinem Geschäftspartner in Deutschland, der die Agentur im Alter von 35 Jahren gegründet hat. Wir unterstützen Unternehmen bei der professionellen Ansprache von Fachleuten in der Architektur und bieten diesen wiederum unsere Expertise im Marketing und in der Kommunikation. Unser Fokus liegt darauf, auf beiden Seiten die idealen Partnerschaften für die Durchführung der verschiedenen Projekte zu vermitteln.
Was sind deine Aufgaben?
Viele deutsche Unternehmen und Architekten nutzen den Weg über Südtirol, um auf dem italienischen Markt Fuß zu fassen, und umgekehrt. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Beziehungen und Interaktionen zu fördern, z.B. in der Möbel- und Fliesenbranche, in der italienische Unternehmen besonders stark vertreten sind. Beim Salone del Mobile in Mailand präsentieren sich beispielsweise Designer, Architekten und Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Wir unterstützen sie dabei, ihre Bekanntheit in Italien zu steigern. Gleichzeitig verschaffen wir den italienischen Unternehmen mehr Sichtbarkeit in Deutschland und der Schweiz.
Welche Herausforderungen bzw. Trends siehst du für das Architekturmarketing?
Nachhaltiges Planen und Bauen ist eine große Herausforderung für Architekten und Unternehmen. Die zentrale Frage dreht sich um die langfristigen Auswirkungen von Bauprojekten auf die Umwelt. Die Herausforderung ist, Planer und Bauherren dazu zu bringen, sich Gedanken auf lange Sicht über ihre Bauprojekte zu machen. Der Trend geht eindeutig in Richtung Aufwertung bestehender Bausubstanz anstelle von Neubauten. Architekten und Architektinnen sind bereits kreativ im Bereich nachhaltiger Ansätze tätig, aber die Entwicklung in der Baubranche generell ist definitiv zu langsam. Südtirol hat mit dem Klimahaus einen vielversprechenden Start hingelegt, dennoch gibt es noch viele Herausforderungen zu bewältigen, um die Ziele der Nachhaltigkeit zu erreichen.
Du arbeitest im MIND Coworking Space. Welche Bedeutung hat ein Servicezentrum wie das MIND für die Stadt Meran?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Einrichtungen wie das MIND, die Innovation, Zusammenarbeit und den Austausch von Ideen fördern, von größter Bedeutung für die städtische Entwicklung sind. Ich hoffe, dass solche Strukturen weiterhin vorangetrieben werden, denn auch hier können interdisziplinäre Netzwerke optimal genutzt werden. Generell sehe ich den Ausbau der Dienstleistungsbranche als zielführender für die Stadtentwicklung von Meran, an als die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe.


