Vom Kochfeld an die Kamera: Chris Kröll im Interview
Die Kochkarriere war vorprogrammiert, doch dann kam für Christopher Kröll alles anders. Mit 18 gründete er eine Filmproduktionsfirma, heute arbeitet der 22-Jährige als selbständiger Filmemacher für KiwiTreeFilms. Hinter dem Namen stehen ein innovatives Führungskonzept und originelle Produktionen. Mit seinem Team bezieht der junge Algunder nun ein fixes Büro in Bozen. Im Interview erzählt Chris über seine Coworking-Erfahrung und die Bedeutung gut inszenierter Stories.

Chris, du wolltest ursprünglich Koch werden. Wie bist du zum Filmen gekommen?
Das Kochen hat mich fasziniert, doch schon als Mittelschüler wollte ich Youtuber werden. Als Geschenk zur Firmung habe ich mir eine Kamera gewünscht, und damit ging es los. Anhand von Youtube-Anleitungen habe ich mir selbst beigebracht, wie man filmt und schneidet. Nach Schulabschluss musste ich mich dann für den einen oder anderen Weg entscheiden: entweder kochen oder filmen. Ich habe die Berufsfachschule für Kochen angefangen, weil sich das richtig angefühlt hat. Das Filmen konnte ich dennoch nicht lassen und habe hobbymäßig gemeinsam mit Freunden Filme gedreht. Mit 18 gründeten wir eine kleine Produktionsfirma, ein Jahr später ist KiwiTreeFilms gestartet.
Ihr habt euch bei KiwiTreeFilms für eine demokratische Führung entschieden. Welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Modell gemacht?
Wir haben mehrere Unternehmensformen durchgespielt, vom Konsortium über die Genossenschaft bis hin zur GmbH, und uns dann dafür entschieden, unter dem Namen KiwiTreeFilms als Einzelfirmen zusammenzuarbeiten. Ein Unternehmen in der kreativen Branche muss nicht zwingend klassischen Strukturen folgen, um es am Laufen zu halten. Eher sind es die Werte, Ideen und Menschen, die dahinterstehen. Bei uns herrscht absolute Transparenz, alle können mitentscheiden und sind für den Erfolg verantwortlich. Wir arbeiten in kleinen Teams, die effizient sind, schnell Entscheidungen treffen und in ihrer Zusammensetzung, ihren Rollen und Verantwortlichkeiten flexibel sind. Das wirkt sich vorteilhaft auf den kreativen Prozess aus.
Welchen Weg verfolgt ihr bei euren Produktionen?
Wir wollen uns klar abheben von Standardproduktionen und kurzfristigem en-maß-Content. Unser Fokus liegt auf qualitativ hochwertigen Werbefilmproduktionen für größere Unternehmen und Tourismusbetriebe, mit welchen wir eine längerfristige Zusammenarbeit anstreben. Gerade wenn es um das Recruiting geht, kann man mit innovativen Konzepten und kreativen Inhalten großartige Stories inszenieren, die nicht nur unterhalten wollen, sondern dem Kunden auch einen Mehrwert bieten. Von der Idee bis zum fertigen Video liefern wir alles aus einer Hand und arbeiten mit Fachleuten aus einem umfassenden Netzwerk zusammen. Die Videobranche in Südtirol ist wie eine große Familie, in der wir nicht konkurrieren, sondern uns gegenseitig ergänzen. Eine Crew für eine Filmproduktion umfasst zwischen vier und zehn Teammitgliedern allein für das Kameradepartment, also Kameraführung, Regie, Produktion, Ton, Set Design, Assistenz, Hair und Make up.
Welche Erinnerungen nimmst du aus deiner Coworking-Zeit mit?
Die anderen Teamkolleginnen und Kollegen stammen aus Bozen, daher haben wir uns nun für ein Büro dort entschieden. Ich gehe schweren Herzens von hier weg, denn es war eine großartige Zeit. Im Coworking zirkulieren stets neue Leute, ich habe viele Kontakte geknüpft und es haben sich unerwartete Möglichkeiten und Zusammenarbeiten ergeben. Der Arbeitsplatz im MIND ist super, man hat immer einen Ansprechpartner und es werden regelmäßig Events organisiert, die für das Netzwerken Gold wert sind.
Und welchen Rat hast du für andere junge Unternehmen?
Wer einen Plan hat, sollte diesen einfach durchziehen und vor Fehlern nicht zurückschrecken. Man kann nur daraus lernen. In Südtirol gibt es viele Möglichkeiten, sich über Unternehmensgründung zu informieren, und diese sollte man unbedingt nutzen, wie etwa die unverbindliche Erstberatung im MIND.



